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Warum du dir nach der Diagnose Zöliakie eine neue Küchenausstattung zulegen solltest

Du hast die Diagnose Zöliakie erhalten? Im ersten Moment ist das wahrscheinlich ein Schock.

Was kann ich denn überhaupt noch essen?“, „Wie soll ich das schaffen?“, „Welche Lebensmittel sind überhaupt glutenfrei?“ „Was wird aus dem nächsten Urlaub?

und viele weitere Fragen schwirren einem nach der Diagnose durch den Kopf. Verzweiflung und Überforderung sind oft Gefühle, die sich nach der Diagnose einstellen. Bald aber setzt das rationale Denken ein. Was bedeutet die Diagnose Zöliakie genau für mich?

Diagnose Zöliakie Was muss ich neu kaufen? Küchenausstattung

Eins steht fest: deine Ernährung wird sich grundlegend ändern. Bei mir hat die festgestellte Zöliakie die Freude am Kochen und Backen wieder entfacht. Die eigene Küche ist somit um einiges wichtiger für mich geworden.

Nach der Diagnose habe ich mir zuallererst einmal eine neue Küchenausstattung zugelegt. Besonders in einem „gemischten“ Haushalt mit glutenfreien und normalen Essern ist eine strikte Trennung absolut notwendig um jegliche Kontamination zu vermeiden.

Diagnose Zöliakie – Was muss ich neu kaufen?

Warum alles neu kaufen? Ganz einfach. Viele Küchenhelfer sind leider kontaminiert. Das bedeutet, dass ich vor meiner Diagnose natürlich Glutenhaltig gekocht und gegessen habe.  Nicht alle Geräte lassen sich 100%ig reinigen. Besonders Utensilien aus Holz können klitzekleine Spuren von Gluten enthalten, die mit dem freien Auge gar nicht sichtbar sind. Die sicherste Möglichkeit ist deswegen eine neue Küchenausstattung. Sicher ist sicher. Wer will schon den „Feind“ im eigenem Haushalt?

 

  • Toaster

Eine der wichtigsten neuen Investitionen nach der Diagnose Zöliakie ist ein neuer Toaster*. Glutenfreies Brot schmeckt einfach um ein vielfaches besser, wenn es getoastet wird. Bei einem normalen Toastvorgang werden unzählige Brösel im Toaster hinterlassen, wodurch das Gerät kontaminiert ist. Als Zöliakie Betroffene/r solltest du dir daher unbedingt einen neuen Toaster beschaffen.

Alternativ kannst du auch Toastabags* verwenden. Die kleinen hitzebeständigen Taschen werden in den Toaster geschoben und schützen dein Gebäck vor einer Kontamination. Meine Küche ist recht klein und da mein Freund ebenfalls den Toaster verwendet, wollte ich aus Platzgründen kein zweites Gerät zulegen, sondern verwende für mich die Toastabags.

Hast du einen Sandwichtoaster*? Dann kannst du auch auf den Trick mit Backpapier zurückgreifen. Einfach Backpapier zwischen den Toaster legen und voilà das Problem mit der Kontamination ist gelöst. Ein positiver Nebeneffekt ist auch, dass du dann den Toaster weniger reinigen musst.

 

  • Handrührgerät

Hast du schon einmal ein Handrührgerät von innen gesehen? Bei jedem Mal Teig rühren, gelangt eine Menge Mehl in das Innere des Gerätes. Das Innengehäuse lässt sich bei den gängigen Handrührern nicht (so einfach) öffnen und dadurch auch nicht reinigen. Beim nächsten Teig, bröselt dann das abgestandene glutenhaltige Mehl in deinen Teig. Dein glutenfreier Kuchen, der eigentlich glutenfrei wäre ist somit kontaminiert und kann Beschwerden bei dir auslösen. Deswegen: Leg‘ dir ein neues Handrührgerät* zu.

Wichtig ist auch, dass das Freunde und Familienmitglieder wissen, die für dich backen wollen. Da ich nicht von meiner Mutter verlange will, dass sie sich ein zweites Handrührgerät für glutenfreies Backen für mich zulegt, rühren wir den Teig bei ihr dann einfach immer mit der Hand. Für zu Hause habe ich mir allerdings ein neues Handrührgerät besorgt.

 

  • Backformen

Auch Backformen für Brot und Kuchen* werden in der Regel empfohlen neu zu besorgen. Trotz gründlicher Reinigung ist es gerade bei Kuchenformen immer möglich, dass sich winzige Spuren von Gluten sich hartnäckig in der Form halten. Ich hab mir ebenfalls ein zweites Backblech* besorgt. Damit kann ich gleichzeitig glutenfreie und normale Tiefkühlpizza im Ofen zubereiten. Die glutenfreie Pizza wird oben auf das neue Backblech gelegt, während die normale Pizza im unteren Backblech liegt. Zusätzlich verwende ich immer frisches Backpapier. Brösel können dann nur von der glutenfreien Pizza auf die normale Pizza fallen, was ja kein Problem sein sollte.

 

  • Schneidebretter, Kochlöffel, Pfannenwender

Mein Schneidebrett, sowie alle Küchenhelfer aus Holz habe ich ebenfalls getauscht und durch Produkte aus Kunststoff ersetzt. Manche halten das für übertrieben. Mit meiner stillen Zöliakie würde ich eine „heimliche“ Kontamination durch verunreinigte Holzlöffel oder -bretter gar nicht merken. Deswegen gehe ich lieber auf Nummer sicher und habe diese Produkte ebenfalls ersetzt. Ein neues Nudelholz aus Silikon* habe ich mir später auch noch besorgt.

 

  • Glutenfreie Sticker

Gerade in einem gemischten Haushalt mit glutenfreien und glutenhaltigen Lebensmittel und Utensilien sind glutenfreie Sticker Gold wert. Durch die eindeutige Kennzeichnungen werden Verwechslungen ausgeschlossen. Besonders für Kinder ist es so einfacher zu wissen, welchen Toaster sie verwenden dürfen und welchen nicht.

Wofür ich in meiner Küche leider keinen Platz habe, mir aber gerne zulegen würde

  • Küchenmaschine

Seit dem Umstieg auf die glutenfreie Ernährung habe ich wieder angefangen mehr zu backen und zu kochen. Eine Küchenmaschine* wäre da ein wunderbarer Helfer in der glutenfreien Küche.

 

  • Tiefkühltruhe

Ich habe einen Kühlschrank mit Gefrierfach. Seit der Diagnose Zöliakie wünschte ich mir schon mehrmals eine zweite große (!) Tiefkühltruhe*. Die glutenfreie Tiefkühlpizza ist in Aktion? Leider kann ich nur eine, maximal zwei kaufen, denn mein Tiefkühlfach ist dann bereits voll. Glutenfreie Brötchen backen auf Vorrat? Mehr als 10 Brötchen passen leider nicht in mein Fach. Eine große Tiefkühltruhe ist bei Zöliakie Gold wert.

 

  • Mini Backofen

Schon länger überlege ich mir einen dieser Mini Backöfen zu besorgen. Um mal schnell ein glutenfreies Brötchen aufzutauen sind die kleinen Öfen wirklich praktisch. Resch&Frisch bietet einen Mini Backofen an, aber auch viele andere Anbieter* haben günstige Modelle am Markt.

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Seit meiner Diagnose kaufe ich öfter größere Mengen gllutenfreier Lebensmittel auf einmal. Meine Schränke sind immer voll. 🙂

Was ich nicht ausgetauscht habe nach der Diagnose Zöliakie

Pfannen, Töpfe und Besteck habe ich nicht getauscht. Die Pfannen hätte ich nur bei Kratzern getauscht. Die Töpfe sind nicht beschichtet und deswegen besteht hier keine Gefahr der Kontamination. Auch mein Muffinblech habe ich nicht neu gekauft, da ich immer zusätzlich  Papierformen verwende.

Das ist aber ganz schön teuer!?

Die Diagnose Zöliakie erfordert nicht nur eine Umstellung deiner Ernährung, auch deine Küche muss umgestellt werden. Wer soll sich das leisten? Die vielen Neuanschaffungen sind natürlich kostspielig. Ich habe deswegen Schritt für Schritt meine Küche neu eingerichtet. Die wichtigsten Dinge sind Holzprodukte zu ersetzen, einen neuen Toaster und neue Schneidebretter. Die restlichen kontaminierten Geräte habe ich dann einfach eine Zeit lang nicht benutzt, bis ich alle Geräte ersetzt hatte. Die alte Küchenausstattung kannst du an Freunde verschenken oder über Plattformen wie willhaben oder ebay verkaufen. Eine Umstellung deiner Küche ist auf jeden Fall ein wichtiger Schritt in dein neues glutenfreies Leben.

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Aufgepasst: In meinen Blogartikeln gebe ich meine persönliche Meinung, mein aktuelles Wissen und meine Erfahrung weiter. Mein Blog  ersetzt nicht die qualifizierte Beratung und Behandlung durch einen Arzt! Von mir getestete Restaurants, Cafés und Hotels können jederzeit die Art der Zubereitung und die verwendeten Zutaten ändern. Ich freue mich über Anmerkungen, Tipps & Feedback! Wie immer gilt für uns Zölis: Nachfragen, nachfragen, nachfragen!


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Jenni

Jenni

Reisebloggerin mit Zöliakie.
Ob fremde Länder, neue Kulturen oder der Nachbarort - es gibt immer etwas zu entdecken. Das Reisen mit Zöliakie ist manchmal eine Herausforderung - mit der richtigen Vorbereitung und persönlichen Einstellung klappt das allerdings wunderbar.
Mein Motto: glutenfrei. entdecken. genießen.
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