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Warum ich mir beim Layover in Peking einen Privatchauffeur geleistet habe

Gelandet! Nachdem wir auf dem Rollfeld in Peking aufgekommen sind rollen wir noch gut 20 Minuten bis das Flugzeug zu einem Halt kommt. Der Flughafen ist groß, da dauert es eine Weile bis die Parkposition erreicht ist. Mich stört das nicht, denn ich habe genug Zeit, bis meine Tour zur Chinesischen Mauer startet.

layover chinesische mauer

18 Stunden Layover in Peking – ab zur Chinesischen Mauer!

Der Antrag auf den visafreien Transitaufenthalt geht reibungslos über die Bühne. Sogar schneller als gedacht. Ich lande um 05:00 in der Früh. Zwischen Landung und „draußen sein“ werden einem meist 3-4 Stunden Zeitpuffer empfohlen. Zwei Stunden später sitze ich allerdings bereits in der Ankunftshalle. Meinen Fahrer treffe ich erst um 09:00 Uhr. Genug Zeit also um in Ruhe zu frühstücken.

Flugzeug Peking

Geht die Sonne auf oder schon unter?

Das glutenfreie Frühstück im Flugzeug war okay, wirklich satt bin ich allerdings nicht. Ich schlendere durch den Flughafen und stöbere ein wenig in den chinesischen Supermärkten. Glutenfreies gibt es hier nicht. Ich bin wenig überrascht. Schon vor der Reise habe ich mich ausgiebig informiert und bin zu der Erkenntnis gekommen: China ist eines der schwierigsten Länder für Zölis. Deswegen habe ich auch meinen Rucksack voll mit Essen dabei. Etwas Obst, Brot mit Aufstrich und einen Fruchtriegel und ich bin gestärkt für den Tag.

Einen Privatchauffeur?! – Nicht schlecht.

Ja diesen Satz habe ich öfter gehört. Und nein, normalerweise entspricht das nicht meinem Reisestil. Vor allem nicht auf meiner dreimonatigen Reise durch Südostasien. Ursprünglich wollte ich eine Budget-Gruppentour bei Beijing Layovertour buchen. Auf meine Fragen wurde mir schnell und freundlich geantwortet. Einziges Problem? Die Gruppentouren finden erst ab 3 Personen statt. Eine Woche vor Abflug war ich noch immer die einzige Anmeldung. Bis zum letzten Tag habe ich gehofft, dass die Tour zustande kommt. Leider vergeblich. Was gibt es also für Alternativen?

Diese Möglichkeiten gibt es von Peking zur Chinesischen Mauer zu gelangen

  1. Die Chinesische Mauer ist öffentlich erreichbar. Die Erfahrungen von anderen Reisenden mit dem öffentlichen Zug, Bus und nochmal Bus fahren vom Flughafen zur Mauer sind allerdings wenig vielversprechend. Ich stelle mir schon vor, wie ich vor der Mauer stehe, weit und breit sich kein Bus blicken lässt und mein Flieger ohne mich abhebt. Das geht nicht. Das ist mir zu riskant. Eine recht gute Erklärung dazu auf Englisch findest du hier.
  2. Eine private Tour bei oben genannten Anbieter ist mir als Einzelperson leider deutlich zu teuer. Die Preise sind Autopreise. Ob vier oder eine Person die Tour bucht ändert den Preis nicht.
  3. Ein Auto mieten und damit zur Mauer fahren? Kommt für mich auch nicht in Frage. Erstens fahre ich nur selten Auto, zweitens ist mir auch das zu unsicher. Was wenn ich mich mit dem vielen Verkehr nicht zurecht komme, es kein Navi gibt, oder ich einen Unfall habe?
  4. Die einzige Möglichkeit, die mir sinnvoll erscheint ist ein Auto plus Fahrer zu mieten.

Was ist der Unterschied zwischen Privatchauffeur und private Tour?

Der Preis. Und die Leistung.

Während bei der privaten Tour  ein Fahrer plus Tourguide inkludiert ist, ist mein Fahrer eben ein Fahrer. Er spricht wenig Englisch. Falls die Verständigung wirklich nicht klappt, habe ich eine Nummer bekommen für die Zentrale, dort kann mir auf Englisch geholfen werden. Bei der privaten Tour hätte mich der Guide bis auf die Mauer begleitet und mir Informationen und geschichtliche Fakten erzählt. Mein Fahrer fährt mich bis zum Parkplatz bei der Chinesischen Mauer. Alles in allem macht es einen deutlichen Unterschied, ob du eine Tour oder einen Fahrer buchst. Mir wäre die Gruppentour am liebsten gewesen, aufgrund des Preises ist die Option mit dem Fahrer dann die zweitbeste Lösung gewesen. Jetzt aber der Reihe nach.

So war mein Besuch auf der Chinesischen Mauer in Mutianyu

Um 09:00 werde ich also von meinen Fahrer abgeholt. Gebucht habe ich, aufgrund guter Bewertungen, über Beijing CarService. In einem großen VW sind wir nach knapp zwei Stunden bereits da. Ein „Hello, we are here“, weckt mich auf. Viel gesehen habe ich auf der Fahrt nicht, denn ich bin gleich nach dem Losfahren eingenickt. Zu Hause ist es 2 Uhr Nachts. Vor mir liegt allerdings noch ein ganzer Tag.

Ticketoffice Chinesische Mauer Mutianyu

Das Informationszentrum bei Mutianyu

Ich schaue mich um. Wir sind in einer nagelneuen Tiefgarage. Aha. So hab ich mir die Mauer nicht vorgestellt. Mein Fahrer begleitet mich zum Eingang und besorgt mir ein Ticket beim separaten Stand für Tourenanbieter. Sehr praktisch, denn vor der normalen Kassa stehen hunderte Leute Schlange. Ich dagegen habe mein Ticket in unter zwei Minuten. Der Eintritt zur Chinesischen Mauer, die Auf- und Rückfahrt mit der Gondel und der Shuttle Bus kosten zusammen 180 RMB, umgerechnet etwa 22 Euro (Stand 09/2018).  Alles wirkt modern und überraschend gut organisiert.

Ticket Chinesische Mauer

Shuttle Bus, Gondel und Eintritt zur Chinesischen Mauer.

Dann ist es auch Zeit meinem Fahrer ein vorübergehendes „Auf Wiedersehen“ zu sagen. Er legt sich in die Sonne und wartet bis ich wiederkommen. Na gut. Vom Ticketcenter lasse ich mich von den anderen Touristen in die richtige Richtung treiben.

Der wichtigste Tipp für deinen Layover zur Chinesischen Mauer? Nimm WC-Paper mit!

Ja, das meine ich ernst! Es gibt in keinem der WCs Klopapier. Auf der Toilette selbst sowieso nicht, aber auch nicht im Vorraum, wie beispielsweise am Flughafen. Es stehen zwar WC Papier Automaten dort und sogar „Free Toilet Paper“ wird angepriesen. Aber zu früh gefreut. Das kostenlose Klopapier gibt es nur, wenn du die in China sehr verbreitete App WeChat verwendest. Damit kannst du Punkte eintauschen in Klopapier. Ja. Richtig gelesen. Ich konnte es selbst nicht glauben. Auch nicht gegen Bezahlung war es möglich etwas Klopapier zu bekommen. Ich bin nicht die einzige, die leicht unbehaglich vor dem Automaten steht.

WC Papier Chinesische Mauer

Das ist er. der WC Papier Automat.

Ich gehe weiter zum Shuttle Bus. Auf dem Weg dorthin gibt es Stände mit allerlei chinesischen Krimskrams. Typische Souvenirs und Spielzeug werden lauthals von den Verkäufern angeboten. Einer lauter als der andere. Ich flüchte weiter den Weg entlang. Mir ist das alles zu laut und viel zu hektisch. Müde bin ich auch noch. Und Menschenmassen freuen mich auch immer wahnsinnig. Plötzlich stehe ich vor einem Burger King Laden. Am Weg zur Chinesischen Mauer! So habe ich mir das nicht vorgestellt. Vor Überraschung bleibe ich unbewusst stehen. Das ist allerdings keine gute Idee. Mein Stehenbleiben interpretieren die chinesischen Verkäuferinnen als Interesse etwas zu kaufen. Sofort werden mir von allen Seiten Waren angeboten. Schnell weg hier.

Chinesische Mauer Verkäufer

Links und rechts des Weges wird allerlei Krimskrams angeboten.

Mit Shuttlebus und Gondel auf die Chinesische Mauer

Da ist auch endlich die Busstation. Ich zeigte mein Ticket und schon geht’s los. Nur wenige Minuten später heißt es aussteigen. Von dort sind es noch etwas 10 Minuten zur Talstation der Gondel. Der Weg ist steil, dadurch bin ich gezwungen langsamer zu gehen. Die geschickten Verkäufer sind sich ihrer Chance bewusst. Sie bieten Stühle zum ausruhen an und ganz nebenbei darfst du gleich etwas kaufen. Während ein paar Touristen in diese clevere Falle tapsen, quäle ich mich weiter den Berg hinauf. Es ist überraschend heiß. Fast 30 Grad zeigt die Temperaturanzeige. Die Mittagshitze und meine steigende Müdigkeit tun ihr übrigens.

Talstation Chinesische Mauer

Die Talstation. Von hier geht es den Berg hinauf zur Chinesischen Mauer.

Flüchtig denke ich mir noch, dass es auch nett wäre auf den Berg und die Mauer hinauf zu wandern. Ich verwerfe diesen Gedanken jedoch sofort wieder. Die Hitze ist kaum zu ertragen. Bei der Talstation wird wieder mein Ticket gescannt. In wenigen Minuten bringt mich danach die knallorange Gondel zur Bergstation.

Gondel Chinesische Mauer

Die knallorangen Gondeln bringen die Besucher in Windeseile den Berg hinauf.

Oben angekommen sind es noch ein paar Stufen und dann bin ich da. Ich stehe tatsächlich auf der Chinesischen Mauer! Ein wunderbares Gefühl. Ich vergesse für einen Moment meine Müdigkeit, die Hitze und meine viel zu warme Kleidung. (Der Wetterbericht hat 15 Grad vorausgesagt.)

Stufen Chinesische Mauer

Die letzten Stufen zur Mauer.

Wandern an der Chinesischen Mauer

Dann packt mich die Motivation und ich wandere los, weiche Selfie-Aktionen aus und schieße auch ein paar Fotos für andere Touristen. Nach dem vielen sitzen im Flugzeug und im Auto tut mir die Bewegung richtig gut. Der Teil der Mauer in Mutianyu ist der am Flughafen nächstgelegenste, außerdem relativ schön erhalten und die Infrastruktur ist auch vorhanden. Kein Wunder also, dass sich hier die Menschenmassen aneinander vorbei schlängeln.

Chinesische Mauer Mutianyu

Da ist sie. Die Chinesische Mauer!

Dennoch genieße ich die Zeit in der Natur und den wundervollen Ausblick. Die Mauer ist von allerlei hohen Bergen umgeben. Das Panorama ist traumhaft. Weiter entfernt sehe ich, wie die Mauer eine Kurve schlägt und fast wieder eine parallele Wendung einnimmt. 21.196.180 Meter ist die Chinesische Mauer lang. Fast unvorstellbar.

Die Chinesische Mauer

Die Mauer schlängelt sich den Berg hinauf.

Aller paar Hundert Meter ist ein Wachturm. Dann sind paar Stufen zu erklimmen. Nach dem vierten Wachturm geht es plötzlich deutlich steiler bergauf. Normal gehen ist hier fast nicht mehr möglich. Es ist mehr ein auf-allen-vieren gehen als wandern. Ich drehe bald um. Immerhin bin ich schon eine Stunde von der Gondelstation entfernt. Zurück geht es dann wesentlich schneller. Auch weil ich beim Hinweg viele Fotostopps eingelegt habe. Bald bin ich wieder bei der Gondel.

Wachturm Chinesische Mauer

Die Wachtürme sind ebenfalls sehr gut erhalten.

Chinesische Mauer Stiege

Jetzt geht’s bergauf!

Ich will noch nicht gehen, also wandere ich noch ein Stück die Mauer auf der anderen Seite der Gondelstation entlang. Der Weg wird schnell steiler und so gehe ich nicht mehr allzuweit. Die vielen Stufen und Höhenmeter sind anstrengender als gedacht.

 

Wasser Chinesische Mauer

Viel Trinken ist angesagt. Die Hitze hat mich ziemlich überrascht. Es ist Ende September und hat fast 30° Grad.

Chinesische Mauer

Geschafft 🙂

Nach etwa drei Stunden bin ich wieder beim Ausgangspunkt. Mein Fahrer liegt noch immer entspannt in der Sonne. „Did you like it?“, aber ja! Die Chinesische Mauer ist nicht nur Weltkulturerbe sondern ein beeindruckendes Erlebnis und definitiv einen Besuch wert. Trotz der Menschenmassen. Und so geht es zurück zum Flughafen. Bald startet mein Weiterflug nach Singapur.

Chinesische Mauer UNESCO Weltkulturerbe

Seit 1987 ist die Chinesische Mauer UNESCO Weltkulturerbe.

Chinesische Mauer Fenster

Die Chinesische Mauer ist wirklich beeindruckend. Ein Layover in Peking zur Mauer zahlt sich definitiv aus.

 


Aufgepasst: In meinen Blogartikeln gebe ich meine persönliche Meinung, mein aktuelles Wissen und meine Erfahrung weiter. Mein Blog  ersetzt nicht die qualifizierte Beratung und Behandlung durch einen Arzt! Von mir getestete Restaurants, Cafés und Hotels können jederzeit die Art der Zubereitung und die verwendeten Zutaten ändern. Ich freue mich über Anmerkungen, Tipps & Feedback! Wie immer gilt für uns Zölis: Nachfragen, nachfragen, nachfragen!


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Jenni

Jenni

Schön, dass du da bist.
Meine Diagnose: Chronisches Fernweh. Achja und Zöliakie.
Mein Motto: glutenfrei. entdecken. genießen
Jenni
Kategorie:Asien, China, Reisen
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