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Mit dem Zug von Danzig zur Marienburg

Wir schreiben das 13. Jahrhundert. Der Deutsche Orden zieht seinen Hauptsitz von Venedig ab und startet stattdessen den Bau der späteren größten Backsteinburg der Welt. Am Ufer der Nogat gelegen ist die Marienburg heute UNESCO Weltkulturerbe. Auf meiner Wunsch-Reiseliste hat es die Marienburg ganz weit nach oben geschafft. Diese Woche hatte ich endlich Zeit, die Burg zu besichtigen.

ausflug marienburg

Ein Tagesausflug zur größten Backsteinburg der Welt

Die letzten zwei Tage habe ich Danzig erkundet. Heute steht ein Tagesausflug zur Marienburg am Programm. Mit dem Zug geht es in knapp einer Stunde von Danzig nach Malbork. Am Schalter kaufe ich mein Ticket für 14 Zloty, umgerechnet etwa 3,20 Euro (Stand 09/2018). „Platform 3“.

ticket danzig nach malbork

Ticket gekauft. Es kann losgehen.

Na dann los. Ich stehe am Bahnsteig, der Zug fährt ein. Moment. Das ist ja gar nicht meiner. Der einfahrende Zug fährt nach: Wien Hauptbahnhof! Zufälle gibt’s. Ich überlege kurz. Aber nein, das kann nicht mein Zug sein. Der Schnellzug nach Wien bleibt garantiert nicht in Malbork stehen. Schnell frage ich die Schaffnerin und sie bestätigt meinen Verdacht: meine S-Bahn kommt erst in ein paar Minuten.

Haltestelle Bahnhof

Ob das wohl mein Zug ist?

Als er dann kommt, ist der Zug ist komplett voll. Ich ergattere einen der letzten Plätze am Fenster. Wir fahren durch die Landschaft und schon bin ich da. Bei der Station Malbork Kaldowo steige ich aus. Eigentlich ist das eine Station zu früh. Von hier aus ist der Fußweg zur Burg etwas weiter. Belohnt werde ich allerdings dafür mit einem tollem Blick auf die Marienburg von der anderen Uferseite.

Marienburg in Polen

Etwa 15 Minuten spaziere ich von der Haltestelle zur Marienburg

Über die Zugbrücke gelange ich zur Burg. Einmal gehe ich komplett rundherum, bis ich beim Informations- bzw. Ticketgebäude ankomme. Wer in die Burg möchte, muss entweder an einer Tour teilnehmen oder einen Audioguide kaufen.

8 Zloty (etwa 2,00 Euro) zahle ich für den Eintritt plus Audioguide. Eine Tour auf Deutsch oder Englisch gibt es nicht. Die Stimme im Audioguide lotst mich geschickt mittels GPS durch die Burg. Mich begeistert das moderne Gerät. Biege ich falsch ab, kommt eine Meldung. Etwa: „Oh du hast dich wohl verlaufen. Drehe um.“ oder „Wo bist du denn da hin gelaufen?“. Na gut, dann gehe ich eben brav nach der Anweisung weiter. Der GPS Audioguide ist wohl noch nicht ganz überzeugt von meinem plötzlichen Gehorsam. „Nur zur Erinnerung: Du sollst gleich links abbiegen.“ Ja. Ja. Dann eben rech..ähh links.

Raum für Raum erfahre ich immer mehr Interessantes über den Bau, Fall und Wiederaufbau der Marienburg. Der Deutsche Orden verlegte damals seinen Hauptsitz von Venedig nach Malbork. Hier entstand um 1280 die Marienburg an dem Fluss Nogat. In den folgenden Jahren wurde die Marienburg mehr und mehr ausgebaut. Inzwischen ist sie die größte Backsteinburg der Welt. Über 20 Hektar misst die gesamte Burganlage. Kein Wunder also, dass ich an diesem Tag über 19.000 Schritte sammle.

Die Marienburg hat einiges er- und überlebt

Der Deutsche Orden hat lange in der Burg residiert. Später gelang die Marienburg in die Hände des polnischen Königs. Im 16. Jahrhundert richteten schwedische Truppen große Schäden an der Burg an. Eine lange Zeit der Reparatur und Restaurierung folgte.Die Mühen des Aufbaus wurden im 2. Weltkrieg wieder zunichte gemacht. Erneut startete danach ein Wiederaufbau. Hoffentlich der letzte. Heute ist die Burg UNESCO Weltkulturerbe und dient als Erinnerung an die vergangene Zeit des Deutschen Ordens.

Etwa zwei Stunden verbringe ich in der Marienburg. Immer wieder bleibe ich stehen und staune. Wohin ich auch blicke, entdecke ich interessante Details. Die Tour mit dem Audioguide endet schließlich im schönen Innenhof. Liegestühle und Souvenirläden laden zum Verweilen ein. Auch ein „Gothic Restaurant“ zieht viele Besucher an. Ich entscheide mich für einen Liegestuhl und genieße es die Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht zu spüren. Es ist ein wunderbar sonniger Tag.

Ritter in Malbork

Sehenswert ist die Ritterstatue am Weg zum Bahnhof

Malbork Marienbug Bahnhof

Ein schöner Tag geht zu Ende und ich nehme den Zug zurück nach Danzig.

Etwas Glutenfreies entdecke ich dann auch noch

Am Weg zum Bahnhof Malbork spaziere ich durch den Ort. Viel aufregendes gibt es hier nicht zu entdecken. Einzig der „E.Leclerc“ Supermarkt auf halbem Weg zieht mich magisch an. Gefühlt gibt es in Polen hunderte verschiedene Supermärkte. Der E.Leclerc Supermarkt ist mir neu, also checke ich gleich das glutenfreie Angebot aus. Und es gibt einiges. Das glutenfreie Regal ist deutlich in grüner Farbe gekennzeichnet. Ich entscheide mich für Burgerbrötchen der Marke NaturAvena und Reisnudeln in Muschelform. Ersteres für einen Burgerabend zu Hause und zweiteres für das heutige Abendessen.

Kurz darauf sitze ich bereits wieder im Zug zurück nach Danzig. Ein schöner Tag geht zu Ende. Die Marienburg ist definitiv einen Besuch wert und eignet sich ideal für einen Tagesausflug ab Danzig oder Gdynia.

 

mit dem zug von danzig zur marienburg

 

Jenni
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