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Interview mit Ann Rose: Zöliakie, Illustrationen, Geschichten & Rezepte.

„Die Zöliakie ist nach der Diagnose ein Teil deines Lebens und es bringt nicht viel, auf die Beschränkungen und negativen Aspekte zu schauen. Das macht nur wütend und traurig. Konzentriere dich auf das Positive, das Neue und Spannende.“ sagt Ann Rose im aktuellen Interview. 

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Es ist mal wieder Zeit für ein Interview. Diesmal mit der sympathischen Ann Rose vom getreidefeind Blog. Warum mir ihr Blog gleich aufgefallen ist und wie sie ihr Leben mit Zöliakie lebt, liest du hier.

1| Hallo Ann Rose, kannst du dich und deinen Blog vorstellen?

Hallo Jenni, danke, dass ich mich auf deinem Blog vorstellen darf. Als jahrelange Marketingerin bin ich beeindruckt, wie toll du deinen Blog aufgebaut hast und präsentierst. Du bist mir ein großer Ansporn, meinen Blog voranzutreiben.

Seit fünf Jahren wächst die Idee des Blogs in meinem Kopf und erst Anfang 2019, nachdem mir alle Ausreden ausgegangen sind ;), habe ich meinen Herzenswunsch endlich bei den Hörnern gepackt und angefangen.

Eigentlich bin ich ein sehr positiver und pragmatischer Typ. Ich rede nicht lang, sondern hüpf einfach ins kalte Wasser. Aber da mir der Blog, auf dem ich meine beiden Leidenschaften, Illustration und Kochen/ Backen verbinde, so wichtig ist, hatte ich Angst, dass meine Ideen und Rezepte nicht gut aufgenommen werden.

Was, ein Glück, nicht der Fall ist. Ich bekomme viel positives Feedback, was mich beflügelt. Die neuen Ideen sprudeln gerade nur so.

2| Seit wann hast du die Diagnose Zöliakie? Wie geht es dir damit?

Vor 14 Jahren, während meines Designstudiums, wurde mir die Diagnose gestellt. Damals hatte ich unzählige Arztbesuche hinter mir. Ich hatte viel abgenommen und es ging mir nicht gut. Deshalb war die Diagnose für mich eine Erleichterung. Endlich war klar, an was ich leide und, viel Wichtiger, ich konnte endlich etwas unternehmen, dass es aufhört.

Die Tragweite der Diagnose für mein restliches Leben ist mir erst später klar geworden.

Mein Glück war, dass meine Freunde und Familie meiner neuen Situation viel Verständnis entgegengebracht hat. Da lief mein Leben schnell wieder rund. 

Da ich auf nichts verzichten wollte, habe ich angefangen, alles zu kochen, was ich früher beim Bäcker oder im Restaurant bekommen habe. Hat natürlich nicht immer gleich geklappt. Da war viel Gebäck dabei, mit dem ich eher jemanden erschlagen hätte können. Aber im Laufe der Zeit, und das habe ich der Zöliakie zu verdanken, bin ich eine leidenschaftliche Köchin geworden.

3| Was hat sich in deinem Leben durch die Diagnose Zöliakie verändert? 

Seit der Diagnose esse ich bewusster und gesünder. Ich koche täglich frisch, backe mein Brot selbst. Ich probiere und entwickle ständig neue Rezepte.

Ich lass mich so wenig wie möglich durch die Zöliakie einschränken. Ich reise weiterhin viel und übernachte jetzt immer in einer Ferienwohnung und nicht im Hotel.

Ich gehe selten außer Haus essen. Da bin ich sehr vorsichtig geworden. Ich habe kurze Zeit in Passau gelebt und musste mehrmals leidlich erfahren, dass viele Küchen die glutenfreie Ernährung eher als Modeerscheinung ansehen und die glutenfreie Zubereitung nicht ernst nehmen. Ich bin froh, dass ich jetzt wieder in Berlin lebe, wo es so ein großes Angebot an komplett glutenfreien Restaurants, Cafés und Bäckereien gibt. Das ist ein erheblicher Gewinn an Lebensqualität für mich.

4| Mir fällt auf deinem Blog und auf deinem Insta Kanal immer wieder die kreative Umsetzung der Rezeptbilder auf, wie bsp. der Buttermilchkuchen unter Palmen. Wie kam es dazu?

Ich habe nach einem Weg gesucht, mich mit meiner Darstellung der Rezepte hervorzuheben. Mein Medium ist der Zeichenstift. Ich zeichne, seit ich Klein bin. Ich liebe es, Geschichten zu erzählen. Ich schreibe und illustriere auch Kinderbücher.

Mit der positiven Resonanz des getreidefeind Blogs, habe ich mich entschlossen, die Bücher selbst herauszugeben.

Die Social Media sind eine große Chance, eigene Projekte zu realisieren, auch wenn man nicht über das berühmte Vitamin B verfügt. Das finde ich inspirierend.

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Der Buttermilchkuchen unter Palmen von Ann Rose.

5| Welchen Tipp kannst du neudiagnostizierten Zölis geben?

Die Zöliakie ist nach der Diagnose ein Teil deines Lebens und es bringt nicht viel, auf die Beschränkungen und negativen Aspekte zu schauen. Das macht nur wütend und traurig. Konzentriere dich auf das Positive, das Neue und Spannende.

Die Zöliakie birgt viele Chancen: bewusste Ernährung, bewusstes Einkaufen und Konsumieren. Positive Herausforderungen beim Kochen und Backen, all das selbst herzustellen, was man gern essen möchte.

Ich habe diese Chancen angenommen, schaue nicht zurück und fühle mich sehr wohl damit.

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Liebe Ann Rose, ich finde es schön, dass du deine Begeisterung für die Illustration mit deinem Leben mit Zöliakie kombinierst! Deine positive Einstellung zur Diagnose ist bewundernswert. Vielen Dank für dieses sympathische Interview und weiterhin alles Gute für deinen Blog!

Ann Rose getreidefeind

Ann Rose verbindet auf dem Blog https://getreidefeind.de ihre Leidenschaft für das Illustrieren und jahrzehntelange Erfahrung mit der glutenfreien Ernährung auf ihre ganz eigene Weise. Sie erzählt mit ihren illustrierten Rezepten kleine Geschichten: Mal witzig, mal verspielt oder einfach nur schön anzusehen. 

Weitere spannende Interviews findest du unter „Mein Leben mit Zöliakie“.

Jenni

Hallo! Ich bin Jenni. Zöli. Mutmacherin. Entdeckerin. Naturkind. wienverliebt. Mit glutenreise.at möchte ich dir Tipps für das Leben mit Zöliakie geben und dir Mut machen, auch mit einer Autoimmunerkrankung das Leben so richtig zu genießen. Meine Liebe zu Wien ist auf glutenreise genauso Thema, wie glutenfreie Reisen und Entdeckungen.
Jenni
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